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"Wie der Wintersport ins Sauerland kam"
In der Sendereihe "Wie x nach Y kam" / Doku am Freitag
 
Foto Foto Foto Foto Foto Pressetext:
Ende des 19. Jahrhunderts war das Sauerland eine wildromantische, aber abgelegene Gegend. Kaum je ein Fremder verirrte sich freiwillig hierher. Im Winter waren die Sauerländer wegen des vielen Schnees häufig geradezu eingeschlossen. Skier kannte man nicht und staunte nicht schlecht, als Förster diese Bretter als Fortbewegungsmittel für sich entdeckten.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke 1906 änderte sich die Situation: Einige Ingenieure, die die Bahn nach Winterberg bauten, arbeiteten vorher im Schwarzwald. Während eines Kegelabends erzählten sie den Winterberger Geschäftsleuten, dass am Feldberg Massen von Touristen auf Skiern die Berge hinabsausten. Die wurden hellhörig - die Idee, ausgerechnet hier den neumodernen Wintersport heimisch zu machen, wurde geboren.

Die ersten Ski wurden bestellt, in Freiburg, und heimlich ausprobiert, um nicht ausgelacht zu werden. Die Regierungsräte warben selbst erste Wintergäste an und brachten sie per Bahn aus dem Ruhrgebiet mit. „Die einheimische Bevölkerung, die hat gelacht, die hat gesagt, da läuft der verrückte Professor mit den schweren Brettern das blanke Feld rauf, wofür? Nur um sich da wieder runter stürzen!“, erzählt Bärbel Michels von dem Misstrauen, das man im Sauerland der neuen Fortbewegung entgegenbrachte. Doch die Einheimischen erkannten schnell neue Verdienstmöglichkeiten, boten Fuhrdienste an und eine warme Mahlzeit, Unterkunft und andere Dienstleistungen.

Der 1907 gegründete Skiclub organisierte Winterfeste, um Fremde für den Sport zu begeistern und sie ins Hochsauerland zu locken. Erste kleine Sprunghügel wurden gebaut und mit zusammengebundenen Schlitten erste Bobfahrten ausprobiert.

Sogar Frauen übten den neuen Sport, in Röcken, später in Hosen, was zu erbosten Kommentaren in heimischen Zeitungen führte. Industrielle aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land investierten viel Geld, und sehr bald tummelte sich die Hautevolee des Ruhrgebiets in Winterberg. Doch die Städter brachten nicht nur Geld und Arbeit, sondern auch andere Sitten und Gewohnheiten. „Und da ging das in den Hotels hoch her und dann haben die Einheimischen an den Fenstern gestanden. Das war doch unsittlich, was die alles machten, Frauen tranken mit und rauchten.“ erzählt Angela Brüggemann. Doch die Skibegeisterung war nicht mehr aufzuhalten, und so wurde Winterberg zu einem beliebten Wintersportplatz.

Eine unterhaltsame Dokumentation, die mit Zeitzeugen und privatem Archivmaterial erzählt, wie der Wintersport innerhalb einer Generation Leben und Alltag der Menschen rund um Winterberg veränderte.

Buch und Regie: Erika Fehse
Kamera: Ernst Michael Wingens
Schnitt: Ruben S. Bürgam
Musik: Mike Herting
Sprecher: Jürg Löw
Idee: Elisabeth Wingens
Produktion: TV Dokument
Redaktion: Gudrun Wolter

Postkartensammlung mit freundlicher Genehmigung von Bärbel Michels

Literaturtipps

BÄRBEL MICHELS, Wintersport im Sauerland in früherer Zeit, Brilon 1989
PAUL AUST, Winterberg und seine Dörfer, Heimat- und Geschichtsverein Winterberg
DIETMAR SAUERMANN, Gute Aussicht. Beiträge und Bilder aus der Frühzeit des Fremdenverkehrs im Sauerland. Rheda-Wiedenbrück 1990
 
   
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