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"Das Messie-Haus, meine Familie und ich"
In der Reihe 'Menschen hautnah'


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Und hier zu einem Artikel in der Rheinpfalz
 
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Frieder hat sein Elternhaus in Ludwigshafen geerbt, ein Haus ohne Licht und Strom. Zugemüllt und zugewachsen bis über das Dach.

Im Juni 2016 verständigten die Nachbarn die Polizei. Seit Tagen war der Briefkasten nicht mehr geleert worden. Der Notarzt fand die Leiche des Bruders inmitten von Müll. Zwölf Jahre hatte der hier alleine gewohnt. Die Nachbarn informieren auch Frieder, den einzigen noch lebenden Verwandten.

Nachdem die Mutter 2004 starb, hatte Frieder das Haus nicht mehr betreten. Und nun das: Zwischen Stapeln von Zeitschriften, Büchern, Knäckebrot, Radios, VHS-Kassetten, CDs und Fernsehern nur schmale Gänge, auf denen man sich bewegen kann. Ein bestialischer Gestank in der Luft. Überall Mäusekot.

Gemeinsam mit Freunden versucht Frieder, sich durch die Müllberge zu wühlen – mit Handschuhen und Atemschutzmaske. Monatelang trennen sie Papier, Plastik, Elektroschrott und lassen es abtransportieren. In dem Chaos finden sich Reichsmark, Plastikbehälter mit gesammeltem Urin, Geld, Waffen, Würmer, aber auch:

Tagebücher und Briefe des Vaters, der Mutter, des Bruders. Hunderte von Familienfotos und Video8-Bänder, die der Bruder mit einer Kamera aufgenommen hat. Ein riesiges Archiv der Familie wird langsam sichtbar. Und eine riesige Aufgabe liegt vor Frieder, der 1970 sein Elternhaus im Streit verlassen hat.

Plötzlich ist die Familiengeschichte und mit ihr das, was in seinem Leben schiefgelaufen ist, allgegenwärtig. Die Schläge, die Wut, die Trauer, die Rebellion. Die schwierigen Beziehungen zu den Eltern, zu dem Bruder, all die Zurückweisungen, Verletzungen und das tief sitzende Gefühl, ausgeschlossen gewesen zu sein.

Ein Jahr lang begleitet 'Menschen hautnah' Frieder bei seiner Reise in die Vergangenheit und bei dem schmerzhaften Unterfangen, sich der eigenen Familiengeschichte zu stellen.



Dank an alle Mitwirkenden!



Buch und Regie: Erika Fehse
Kamera: Sabine Filser
Ton: Klaus-Peter Baum / Jule Buerjes
Schnitt: Olaf Strecker
Grafik: Wieslaw Prus
Musik: Jens Hafemann
Sprecherin: Katja Ruppenthal
Aufnahmeleitung: Beate Paffen
Redaktion: Britta Windhoff



 
   
 


 


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